
Europäische Kulturpreise 2015 in der Dresdner Frauenkirche vergeben
Große Kulisse am Vorabend des 25. Jahrestages der Deutschen Einheit: Am 02. Oktober 2015 wurden unter dem Motto „Was uns eint“ in der Dresdner Frauenkirche die Europäischen Kulturpreise verliehen. Diese Ehrung erhalten Künstler, Politiker und Initiativen für ihre Rolle beim Zusammenwachsen Deutschlands und Europas. Für sein Lebenswerk nahm Hans-Dietrich Genscher einen Preis entgegen. Der Liberale war 23 Jahre lang Bundesminister und prägte fast zwei Jahrzehnte die Außenpolitik Deutschlands. Höhepunkt in seiner politischen Karriere: die deutsche Wiedervereinigung. Seine Worte an die vielen tausend DDR-Flüchtlinge im Garten der bundesdeutschen Botschaft in Prag sind Legende und einer der einprägsamsten Gänsehaut-Momente des Wendejahres. Manfred Krug erhielt ebenfalls den Preis für sein Lebenswerk. Die Jury würdigte damit
die außergewöhnliche Karriere im Osten und im Westen als Schauspieler, Sänger und Buchautor. Seit über fünf Jahrzehnten begeistert Krug sein großes Publikum. Sein mutiges Eintreten für Freiheit und Menschlichkeit markiert ein besonderes Kapitel deutsch-deutscher Geschichte, begründete die Europäische Kulturstiftung ihre Entscheidung.
Zu den weiteren Preisträgern gehörten an diesem Abend Tenor Jonas Kaufmann und Sopranistin Angela Gheorghiu. Sie nahmen den Europäischen Solistenpreis für Musik entgegen. Mit ihrer Musik stehen sie als Brückenbauer für Toleranz und Offenheit. Stargeiger Daniel Hope wurde mit dem Europäischen Kulturpreis Pro Arte geehrt. Die Prinzen erhielten für ihr gesellschaftliches Engagement den Europäischen Kulturpreis 2015. „Damit würdigen wir den außerordentlichen Einsatz gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit“, begründet Tilo Braune, Präsident der Europäischen Kulturstiftung Pro Europa, die Ehrung. „Mit ihrem bürgerschaftlichen Engagement stärken die Musiker die Zivilcourage in unserer Gesellschaft.“
Dirigent Kristjan Järvi trat gemeinsam mit dem Baltic Sea Youth Philharmonic in der Frauenkirche auf und begleitete alle Solisten. Zudem bekamen er und das Ensemble den Europäischen Orchester-Nachwuchspreis. Weitere Preisträger waren an diesem außergewöhnlichen Abend die Schauspielerin Katrin Sass sowie der ehemalige spanische Ministerpräsident Felipe González. Die Bürgerinitiative für den Wiederaufbau der Frauenkirche, die 1990 den internationalen „Ruf aus Dresden“ initiierte, konnte ebenfalls einen Preis entgegen nehmen.
Laudatoren wie der Generalmusikdirektor der Staatsoper Berlin Daniel Barenboim, der Intendant der Wiener Staatsoper Dominique Meyer sowie der Bayrischen Staatsoper Nikolaus Bachler würdigten in emotionalen Reden die Preisträger. Prof. Kurt Biedenkopf hielt die Laudatio auf den „Ruf aus Dresden“ und Grimme-Preisträger Olli Dittrich auf die Prinzen. Ein besonderes Wiedersehen feierten an diesem Abend das ehemalige Tatort-Duo Charles Brauer und Manfred Krug.
Die Europäischen Kulturpreise werden aller zwei Jahre in verschiedenen Kategorien an kulturelle Initiativen, Projekte, für künstlerische Meisterleistungen und an bedeutende Persönlichkeiten, die sich um das europäische Kulturgut verdient gemacht haben, verliehen.







