
Kai Pflaume als Moderator für die Verleihung des Europäischen Kulturpreises am 2. Oktober in der Frauenkirche vorgestellt
“Hier in Dresden an dieser historischen Stelle die Verleihung des Europäischen Kulturpreises präsentieren zu dürfen, ist für mich eine große Ehre“, sagt Kai Pflaume. Er wird am Vorabend des 25-jährigen Jubiläums der Deutschen Einheit am 2. Oktober die festliche Veranstaltung in der Dresdner Frauenkirche moderieren. Am 18.6. weilte er in Dresden, wurde vom Pfarrer der Frauenkirche Sebastian Feydt durch das Gotteshaus geführt. „Der Wiederaufbau der Frauenkirche ist beeindruckend. Es gibt zu diesem besonderen Jubiläum keinen besseren Ort für die Preisverleihung. Ich freue mich sehr auf die Zeit in Dresden.“, so Kai Pflaume.
Dass die Dresdner Frauenkirche als Ort der Preisverleihung gewählt wurde, liegt an ihrer besonderen Symbolkraft. Der wertschätzende Gedanke der Kulturpreise passe zum Anspruch, den die Frauenkirche hat, wie Frauenkirchenpfarrer Sebastian Feydt betont: „Ob auf europäischer, innerdeutscher oder Dresdner Ebene: Es bedurfte großer Ideen sowie unverzagtem und gemeinsamen Handelns. Die Frauenkirche ist selbst ein Zeugnis hierfür. Nur dank eines einmaligen Zusammenwirkens von Menschen aus allen Teilen Deutschlands und unterstützt durch einen kaum erwartbaren internationalen Zuspruch konnte aus einem erschütternden Ruinenberg ein ermutigender Ort des Friedens und der Versöhnung werden.“
Bei einer Pressekonferenz am 18.6.2015 anlässlich der Verleihung des Europäischen Kulturpreises wurde bekannt gegeben, dass zum ersten Mal in diesem Jahr ein Europäischer Kulturpreis für Bildende Kunst verliehen wird. Dafür gibt es eine Kooperation mit der OSTRALE´O15 (10. Juli – 27. September 2015). Als drittgrößte jährlich stattfindende Ausstellung von Gegenwartskunst in Deutschland, die alle Gattungen der bildenden und darstellenden Kunst repräsentiert, ist die OSTRALE´O15 eines der größten internationalen Festivals zeitgenössischer Künste in Europa. Jährlich werden bis zu 200 Kunstwerke aus aller Welt gezeigt. Dotiert ist die Auszeichnung mit 3.000 Euro. „Für ein geeintes Europa in der Zukunft müssen wir uns dem Nachwuchs widmen“, so Tilo Braune, Präsident der Europäischen Kulturstiftung Pro Europa. „Im Bereich Musik arbeiten wir seit unserer Gründung mit der Anne-Sophie Mutter Stiftung zusammen. Die Geigerin war eine der ersten Nachwuchspreisträgerinnen unserer Stiftung“, so Tilo Braune weiter. 2015 geht der Europäische Nachwuchspreis an den Violoncellisten Maximilian Hornung. Der Klassik-Echo-Gewinner wird u.a. von der Anne-Sophie Mutter Stiftung gefördert.
Den Gedanken eines vereinten Europas lebt auch der in Estland geborene Dirigent Kristjan Järvi, der als Gast im Podium bei der Pressekonferenz saß. Er ist Gründungsdirigent und künstlerischer Leiter des durch das Usedomer Musikfestival und die Nord Stream AG 2008 initiierten Baltic Sea Youth Philharmonic. Das Orchester vereint die talentiertesten Nachwuchsmusiker aus allen Ländern rund um die Ostsee. Für seine „herausragenden musikalischen Leistungen und insbesondere die beispielgebende Leidenschaft“ mit denen das Orchester als „Kulturbotschafter Europas weltweit mit seinen Auftritten begeistert“ und damit „in besonderem Maße zur kulturellen Verständigung in Europa“ beiträgt, werden das Baltic Sea Youth Philharmonic und Kristjan Järvi mit dem Europäischen Orchester-Nachwuchspreis ausgezeichnet. „Für uns ist der Europäische Kulturpreis eine wichtige Auszeichnung. Sie bestätigt uns, dass wir mit dem Baltic Sea Youth Philharmonic den Nerv der Zeit treffen. 25 Jahre nach der Wiedervereinigung und der europäischen Integration braucht es Initiativen wie unser Orchester, die die Herzen und den Verstand der Menschen gleichermaßen berühren. Wir wollen mit Leidenschaft und Emotionen die gesamte Ostseeregion einander näher bringen und zeigen, wie viel positive Energie die Zusammenarbeit junger Menschen freisetzt, die als Vorbild für die Integration in Europa dienen sollte“, sagt Kristjan Järvi.
Eine Vereinigung der ganz besonderen Art wird es am 2. Oktober in der Dresdner Frauenkirche geben: Kruzianer und Thomaner musizieren gemeinsam. Beide Chöre haben bereits Europäische Kulturpreise erhalten, beide Chöre blicken auf eine lange Tradition zurück. Die Prinzen, erfolgreichste A-capella-Gruppe Deutschlands, erhalten den Europäischen Kulturpreis für gesellschaftliches Engagement – gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Die vier ehemaligen Thomaner und der eine Kruzianer werden mit fünf jungen Kruzianern singen. Mittlerweile gestandene Musiker treffen damit auf den Nachwuchs ihrer Branche – eine Vereinigung von Dresden und Leipzig, von Alt und Jung.
Der MITTELDEUTSCHE RUNDFUNK überträgt die Veranstaltung live aus der Frauenkirche.







