Grußwort des Präsidenten des Europäischen Parlaments

02. Oktober 2015 – Verleihung der Europäischen Kulturpreise unter der Schirmherrschaft des Europäischen Parlaments
Brüssel, den 28. Mai 2015
Sehr geehrte Damen und Herren,
zur Preisverleihung der Europäischen Kulturpreise 2015 möchte ich Sie ganz herzlich willkommen heißen. Sehr gerne und mit großer Überzeugung unterstützt das Europäische Parlament die Verleihung der Europäischen Kulturpreise, unter dessen Schirmherrschaft die Veranstaltung steht.
In diesem Jahr steht die Verleihung unter einem ganz besonderen Motto. Der 25. Jahrestag der Deutschen Einheit ist ein Tag von herausragender Bedeutung für
Deutschland und ganz Europa. Mit dem Fall der Berliner Mauer und der
Wiedervereinigung wurde das großartige Friedensprojekt, das in den 1950er Jahren mit dem europäischen Einigungsprozess seinen Lauf nahm, endlich für den gesamten Kontinent Realität.
Bei aller Kritik an der Europäischen Union, dürfen wir eines nicht aus den Augen verlieren: Was in Europa seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschaffen wurde, ist eine der größten zivilisatorische Errungenschaften, die unser Kontinent je gesehen hat. Nach den Verheerungen und Verwüstungen des Krieges reichten sich Erzfeinde zur
Versöhnung die Hände und wurden Freunde; Nachbarn rissen trennende Mauern ein und öffneten Grenzen; Diktaturen wurden zu Demokratien und Europa zur Rechtsgemeinschaft. Das ist in der Geschichte unseres Kontinents beispiellos.
Der Ort der Verleihung der Europäischen Kulturpreise ist deshalb von ganz besonderer symbolischer Kraft – denn kaum ein Ort könnte besser für Frieden, Versöhnung und Zusammenarbeit stehen als die wiederaufgebaute Dresdner Frauenkirche.
Ich wünsche Ihnen allen einen interessanten Abend und gratuliere den Preisträgern ganz
herzlich!
Martin Schulz
Präsident des Europäischen Parlaments







